1942 – Die biotechnologische Großproduktion von Penicillin beginnt

Schimmelpilze können das Wachstum von Bakterien hemmen. Diesen geistesgegenwärtigen Schluss zog Alexander Fleming 1928 aus einer zufälligen Beobachtung. So entdeckte er das Penicillin, womit er allerdings zunächst wenig Aufsehen erregte. Erst als im Zweiten Weltkrieg dringender Bedarf zur Behandlung von Wundinfektionen entstand, begannen Boris Chain und Howard Florey 1941 damit, Penicillin klinisch zu prüfen. Sie hatten zwar großen Erfolg, aber nicht genügend Penicillin, um das Überleben der Patienten dauerhaft zu sichern. Der Aufbau einer industriellen Penicillinproduktion war dringend geboten. Er gelang, nachdem man in einer verschimmelten Melone vom Wochenmarkt der amerikanischen Kleinstadt Peoria einen äußerst ergiebigen Penicillin-Stamm entdeckt hatte. Von nun an konnten unzählige Menschenleben gerettet werden. Die Entwicklung des ersten Antibiotikums Penicillin war der größte Triumph der Mikrobiologie des 20. Jahrhunderts. Fleming, Chain und Florey wurden dafür 1945 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet.