1973 – Erfindung der Gentechnik

Bakterien und andere Mikroorganismen wie etwa Bäckerhefe speichern Teile ihrer Erbinformation in ringförmigen Plasmiden. Sie verfügen zudem über molekulare Scheren, mit denen sie fremde DNA zerschneiden können. Diese Restriktionsenzyme, mit denen Bakterien Viren abwehren, wurden Ende der 1960er Jahre entdeckt. Für diese Leistung erhielten Werner Arber, Daniel Nathans und Hamilton Smith 1978 den Medizinnobelpreis. Fünf Jahre zuvor hatten Herbert Boyer und Stanley Cohen – aufbauend auf diesen Erkenntnissen und Vorarbeiten von Paul Berg – in San Francisco die Gentechnik erfunden. Sie nutzten das Restriktionsenzym EcoRI als Schere, um Plasmide eines E.coli-Stamms aufzuschneiden und ihnen das Gen eines Frosches einzufügen, das sich dann in den Bakterien vermehren ließ. Diese Grenzüberschreitung war vielen Wissenschaftlern nicht geheuer. Sie veranstalteten im Februar 1975 eine Konferenz in Asilomar, um ihre Sicherheitsbedenken offen zu diskutieren. Ihre Beschlüsse flossen in die 1976 erlassenen Sicherheitsrichtlinien der National Institutes of Health ein, an denen sich in der Folgezeit andere Länder orientierten.