1975 – Entdeckung des Herstellungsprinzips von monoklonalen Antikörpern

In einem genialen Experiment zeigte der deutsche Postdoktorand Georges Köhler im Labor von César Milstein in Cambridge, wie man monoklonale Antikörper herstellen kann. In Zellkulturen von Mäusen verschmolz er Tumorzellen mit Körperzellen, die mit einem einzigen Antigen immunisiert worden waren. Er tat das in einem Nährmedium, in dem nur fusionierte Zellen überleben konnten. So erhielt er hybride Zellen, in denen sich die Unsterblichkeit einer Krebszelle auf Körperzellen übertrug, die nur einen bestimmten Antikörper produzieren. Köhler und Milstein teilten sich dafür 1984 den Medizinnobelpreis mit dem großen Immunologie-Theoretiker Niels Jerne. Heute zählen monoklonale Antikörper mit einem Marktvolumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar zu den wirksamsten und wertvollsten Medikamenten weltweit. Besonders bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis und verschiedenen Krebsarten haben sie zu einst nicht für möglich gehaltenen Erfolgen geführt.  Weil monoklonale Antikörper anfangs meist aus Mäusen gewonnen wurden, bargen sie die Gefahr, im Menschen als Antigene zu wirken und schwere Immunreaktionen hervorzurufen. Erst der Einsatz gentechnischer Verfahren ermöglichte es, solche Antikörper zu humanisieren und nach der Jahrhundertwende therapeutisch verträglich verfügbar zu machen.