1977 – Erste Sequenzierung eines Gens

Um mit der Erbsubstanz DNA arbeiten und die in ihr codierten Informationen zu Zwecken der Grundlagenforschung, der Diagnostik und Therapie zu nutzen, muss man die exakte Abfolge ihrer Basenbuchstaben bestimmen, sie also sequenzieren können. Das grundlegende Verfahren dafür, auf dem noch die heute modernsten Methoden des next generation sequencing beruhen, wurde Mitte der 1970er Jahre von Frederick Sanger und seiner Arbeitsgruppe erfunden. 1977 entzifferten sie damit die vollständige DNA-Sequenz eines Bakteriophagen mit 5.386 Basenpaaren. Sanger qualifizierte sich damit für eine äußerst seltene Ehre: Er wurde 1980 zum zweiten Mal mit einem Chemienobelpreis ausgezeichnet, den er 1958 erstmals für die Aufklärung der Struktur des Insulins erhalten hatte.