1982 – Erste Zulassung von gentechnisch hergestelltem Insulin

Millionen von Diabetikern in aller Welt sind auf eine Behandlung mit dem Hormon Insulin angewiesen. Weil ihre Zahl immer weiter zunimmt, hätten die drei großen Insulinproduzenten Eli Lilly, Hoechst und Novo Nordisk die steigende Nachfrage mit herkömmlichen Verfahren auf Dauer nicht mehr befriedigen können. Denn dafür mussten sie die Bauchspeicheldrüsen von Millionen von Schweinen oder Rindern verarbeiten, die sie aus Schlachthöfen in aller Welt bezogen, um daraus Insulin zu extrahieren, aufzureinigen und in patientenverträgliche Darreichungsformen umzuwandeln. Nachdem es dem Start-up Genentech gelungen war, Insulin erstmals in Bakterien zu vermehren und zu produzieren, ging es eine Kooperation mit Eli Lilly ein, das daraufhin 1982 erstmals gentechnisch hergestelltes Humaninsulin auf den Markt brachte. 1989 zog Novo Nordisk nach. Die Hoechst AG beantragte 1984 den Bau einer gentechnischen Produktionsanlage für Insulin, durfte das Produkt aber nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren erst 14 Jahre später herstellen.