1983 – Entdeckung des Agrobacterium tumefaciens als Vektor der Pflanzenbiotechnologie

Am Kölner Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung wurde 1983 der wesentliche Grundstein der grünen Gentechnik gelegt. Sein Direktor Jeff Schell, sein Genter Kollege Marc van Montagu und ihre Arbeitsgruppen zeigten, wie man fremde Gene in Pflanzenzellen einschleusen kann. Sie bedienten sich dazu einer Variante des Bodenbakteriums Agrobacterium tumefaciens, mit dessen Hilfe es in den Folgejahren gelang, Nahrungspflanzen wie beispielsweise Mais so zu verändern, dass Unkrautvernichtungsmittel oder Insekten ihnen nichts anhaben können. Dadurch lassen sich die Ernteerträge erheblich steigern. Heute erfolgen weltweit etwa 30 Prozent der Mais- und 25 Prozent der Rapsproduktion auf der Basis gentechnisch veränderter Pflanzen – bei Soja und Baumwolle belaufen sich diese Anteile sogar auf rund 80 Prozent.