1995 – Medizinnobelpreis für die Aufklärung der genetischen Steuerung der frühen Embryonalentwicklung

Die Gene, die die Entwicklung von einer befruchteten Eizelle zum Embryo und dann zu einem ausgereiften Organismus steuern, können systematisch identifiziert und in funktionelle Gruppen unterteilt werden. Das zeigten Christiane Nüsslein-Vollhard und Eric F. Wieschaus in Experimenten, deren Aufsehen erregendes Ergebnis sie im Herbst 1980 in der Fachzeitschrift Nature publizierten. Beide hatten am Europäischen Molekularbiologischen Laboratorium in Heidelberg die Entwicklung der Fruchtfliege Drosophila – seit jeher der Modellorganismus der Genetik – unter einem Doppelmikroskop gemeinsam präzise und ausdauernd beobachtet und dabei 15 besonders wichtige Gene entdeckt, die schon bald auch in ähnlicher oder identischer Form beim Menschen nachgewiesen werden konnten. Zusammen mit Edward B. Lewis wurden sie dafür 1995 mit dem Medizinnobelpreis belohnt.