2001 – Vorläufiger Abschluss des Humangenomprojektes

Am 1. Oktober 1990 startete das Humangenomprojekt (HGP) mit dem Ziel, die gesamte Erbinformation des Menschen mit ihren über drei Milliarden Basenpaaren zu sequenzieren. 20 öffentliche Forschungszentren aus sechs Ländern beteiligten sich daran. Der HGP-Forscher Craig Venter machte sich 1992 selbstständig, weil er die Entschlüsselung privat schneller und lukrativer meistern wollte. In den Wettlauf um die Entzifferung des Humangenoms schaltete sich schließlich auch die Politik ein, um sicherzustellen, dass Sequenzdaten frei verfügbar bleiben. Am 26. Juni 2000 wurden im Weißen Haus und vier anderen Orten der Welt zeitgleich fünf Pressekonferenzen angesetzt, um die erste Arbeitsfassung des Humangenoms vorzustellen. US-Präsident Bill Clinton sprach von der „wundersamsten Landkarte, die die Menschheit je produziert hat“. Im Februar 2001 wurde die Arbeitsfassung des HGP in Nature, die von Craig Venters Unternehmen Celera in Science veröffentlicht. Zwei Jahre später war das Humangenom endgültig entschlüsselt. Das überraschendste Ergebnis dieses Mammutprojektes war, über wie wenig Gene jeder Mensch verfügt. Die erwartete Zahl von 100.000 musste zunächst auf 30.000 korrigiert werden. Heute wissen wir, dass wir Menschen sogar nur über etwa 21.000 Gene verfügen, gerade einmal 4.000 mehr als die Fruchtfliege Drosophila.