2006 – Erstmalige Herstellung von induzierten pluripotenten Stammzellen

Ausgereifte Bindegewebszellen können durch die Einführung von insgesamt nur vier verschiedenen Genen in unreife Stammzellen zurückverwandelt werden, die sich dann wiederum zu Nerven-, Darm- oder allen möglichen anderen Körperzellen ausdifferenzieren lassen. Diese Entdeckung machte Shinya Yamanaka 2006, wofür er schon sechs Jahre später zusammen mit John B. Gurdon, einem Pionier der Stammzellforschung, mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde. Das Verfahren, aus Körperzellen induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) herzustellen, eröffnet der biomedizinischen Forschung neue Horizonte. Erstens müssen Stammzellen nicht mehr wie vor Yamanakas Entdeckung aus Embryonen gewonnen werden.  Zweitens können Krankheitsmechanismen präzise untersucht werden, wenn man beispielsweise einem Alzheimer-Patienten Zellen aus seiner Haut entnimmt, sie in iPS-Zellen zurückverwandelt, um daraus seine spezifisch erkrankten Gehirnzellen herzustellen und deren Funktion zu analysieren, um dem medizinischen Fortschritt zu dienen. Drittens werden iPS-Zellen eines Tages eventuell individualisierte Transplantationen ermöglichen.