2008 – Medizinnobelpreis für den Nachweis, dass Papillomviren Gebärmutterhalskrebs verursachen können

Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebsart bei Frauen. 1983 und 1984 zeigte Harald zur Hausen, der zwei Jahrzehnte lang das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg leitete, dass diese Krebsart durch humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden kann. Rund zehn Jahre lang hatte zur Hausen einige Tausend Gewebeproben aus Gebärmutterhalstumoren in aller Welt untersucht, um darin nach dem Virus zu suchen, den er seit 1972 gegen die herrschende wissenschaftliche Meinung als Krebsauslöser im Verdacht hatte. Weitere zehn Jahre brauchte er, um sowohl die Scientific Community als auch die Pharmaindustrie von der Richtigkeit seiner Befunde zu überzeugen. Erst im Laufe der 1990er Jahre zeigte man sich dort allmählich bereit, einen HPV-Impfstoff zu entwickeln.  Im Juni 2006 schließlich wurde ein solcher Impfstoff zunächst in den USA, Mexiko und Australien erstmals zugelassen. Zwei Jahre später teilte sich Harald zur Hausen den Medizinnobelpreis mit den Aids-Forschern Francoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier. Das Nobelpreiskommittee hob hervor, dass HPV-Impfstoffe einen mehr als 95-prozentigen Schutz vor einer Infektion mit hochgefährlichen HPV-Typen garantieren.