2018 – Medizinnobelpreis für die Entwicklung von Krebsimmuntherapien

Unser Immunsystem verfügt über Kontrollpunkte (Checkpoints), an denen es Bremsen aktivieren kann, um überschießende Immunreaktionen zu verhindern. Die Aktivierung dieser Bremsen ermöglicht es Krebszellen jedoch, der Immunabwehr zu entkommen. 1996 zeigte James Allison, dass sich dies durch die Blockade des Checkpoint-Rezeptors CTLA-4 mit dem monoklonalen Antikörper Ipilimumab verhindern lässt. Dies führte zur Entwicklung des ersten Checkpoint-Inhibitors, den Bristol-Myers Squibb 2011 zur Behandlung von inoperablem fortgeschrittenen Hautkrebs auf den Markt brachte. Als mindestens ebenso wirksam wie die Lösung der CTLA-4-Bremse erwies sich, auch bei kleinzelligem Lungenkrebs und urologischen Tumoren, die Blockade des T-Zell-Rezeptors PD-1, deren Prinzip von Tasks Honjo entdeckt wurde. Die beiden ersten PD-1-Inhibitoren wurden 2014 zugelassen. Allison und Honjo wurden für ihre Entdeckung der Checkpoint-Inhibition für die Krebsimmuntherapie 2018 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Trotz der beeindruckenden Behandlungserfolge sprechen bisher aber längst nicht alle Krebsarten auf Checkpoint-Inhibitoren an. Die Erforschung vielversprechender Krebsimmuntherapien geht deshalb mit Hochdruck weiter.